Bodenständig, zugewandt, empathisch – so präsentierte sich Mario Sickinger dem SPD-Ortsverein Besigheim. Bei einer öffentlichen Mitgliederversammlung stellte der Direktkandidat des Wahlkreises Neckar-Zaber für die Bundestagswahl sich und seine Ziele vor. Vom offenen Austausch- und Diskussionsangebot machten die Mitglieder und Gäste der Versammlung regen Gebrauch. Insbesondere die Wirtschafts- und Energiepolitik spielten eine große Rolle an dem Montagabend.
Anfang November wurde Mario Sickinger zum SPD-Direktkandidat für den Wahlkreis Neckar-Zaber gewählt – und prompt musste der Beilsteiner in den Wahlkampf für den Bundestag einsteigen. Bei einer öffentlichen SPD-Mitgliederversammlung des Ortsvereins Besigheim, Gemmrigheim und Walheim stellte sich der 30-Jährige vor.
„Ich stehe jetzt quasi aus dem Nichts mitten im Wahlkampf“, sagte Sickinger lachend, nachdem der Vorsitzende Bruno Kneisler ihn augenzwinkernd als „erfahrenen Wahlkämpfer“ Willkommen hieß.
Natürlich habe er den Wahlkampf anders geplant, betonte Sickinger. Er habe sich Zeit nehmen wollen, um bis September Präsenz zu zeigen und sich den Menschen vorzustellen. Doch die vorgezogenen Wahlen bringen nun mehr Schwung in die Sache. An seinen Zielen und Motiven ändert sich dadurch allerdings nichts, wie sich in der Runde zeigte.
Als gelernter Informatiker hat sich Sickinger natürlich das Thema Digitalisierung auf die Fahne geschrieben. Allerdings, so sagt er, wolle er es etwas anders platzieren als bisher üblich. Denn Digitalisierung sei „schlichtweg ein Werkzeug, um andere Themen voranzutreiben“. Beispielsweise die Wirtschaftspolitik. Insbesondere hier möchte der Beilsteiner ansetzen.
Die wirtschaftliche Stabilität, von der die beiden Ballungszentren im Wahlkreis bisher profitiert hatten, sei zunehmend unsicherer. Ängste seien die Folge daraus. Deshalb müsse sich gerade die SPD als Arbeiter-Partei wieder mehr in die Wirtschaftspolitik einbringen, sagt Sickinger.
Als Arbeitnehmer und IG Metall-Mitglied sieht Sickinger sich im Vergleich zu seinen Konkurrenten aus dem Wahlkreis im Vorteil. Sein Slogan: „Wirtschaft wandeln. Arbeit sichern.“
Erreichen will er dies, indem er zuhört und die Menschen mitnimmt.
Neben der Wirtschaft setzt Sickinger den Fokus auf den Kampf gegen rechts – eine Herzensangelegenheit, die ihm „quasi schon in die Wiege gelegt wurde“ – und den Umweltschutz – ein Punkt, der „in jeder Entscheidung mitgedacht werden sollte“.
Im regen Austausch mit dem Publikum diskutierte Sickinger unter anderem, wie man dem Populismus entgegentreten könne. Das Ziel: Wieder mehr zuhören und mit eigenen Werten vorangehen, statt den populistischen Parteien nachzueifern. „Wir als SPD können keinen Populismus, weil der immer zu vereinfachten Lösungen greift, die es nicht gibt.“
Thematisch beschäftigte sich die Versammlung auch mit den steigenden Energiekosten, mit der ökologischen Transformation der Wirtschaft sowie mit dem Fachkräftemangel und – damit verbunden – mit der Flüchtlingspolitik. Sickinger zeigte sich erfreut über den Zuspruch und die Offenheit der Runde. Schließlich sei ihm der Dialog mit den Ortsverbänden und den Menschen in den Gemeinden sehr wichtig, denn das sei, was Demokratie ausmache.
In den kommenden Wochen will der Bundestagskandidat nun weiter ins Gespräch kommen, wissen, was ansteht und wo der Schuh drückt. „Ich habe den Ansporn einen sehr guten Wahlkampf hinzulegen und dann in den folgenden vier Jahren – egal wie es ausgeht – viel zu arbeiten.“ Offen und ehrlich, ohne sich zu verbiegen.