Sozialgeschichtliche Stadtführung mit Thomas Reusch-Frey

Veröffentlicht am 02.11.2010 in Ortsverein

Stadtführer Christoph Köhler konnte am Samstag nachmittag zahlreiche interessierte Bürger zur sozialgeschichtlichen Stadtführung begrüßen. Sein besonderer Gruß galt dem Landtags-
kandidaten Thomas Reusch-Frey aus Bietigheim-Bissingen.

VomWaldhornturm aus zeigte Köhler die damaligen unterschiedlichen Wohnquartiere im ummauerten Stadtgebiet. auf. Landwirtschaft, Weinbau und Handwerk im Bereich des Wohngebietes Entengasse-Bühl prägten das Zusammenleben im Mittelalter. Im Bereich Bühl war das Handwerk angesiedelt. Der Stadtführer stellte die vielen Handwerksbetriebe vor, die er zum Teil als Kind im Bühl nach dem 2.Weltkrieg erlebt hat. Eine Geruchsreise vor Ort lies die Teilnehmer in die Vergangenheit zurückkehren.Bäcker, Metzger, Sattler, Kürschner, Drechsler, Küfer,Gerber, Schneider, Schuster, alle Werkstätten hatten ihre eigenen Gerüche. Sie waren damals den Menschen wohlbekannt. Dazu kamen noch die zahlreichen Misthaufen und Jauchegruben. Am Beispiel des Ein-Dach-Hauses in der Entengasse schilderte Köhler das Leben einer Besigheimer Bauernfamilie im 18.Jahrhundert. Jung und Alt, Vieh und Vorräte alles unter einem Dach. Für viele Familien war es ein dauernder Kampf ums Überleben. Man war abhängig vom jährlichen Ernteertrag. Ein besonderes Problem waren Krankheiten und Kindersterblichkeit. Nur ein gutes Zusammenleben und ein soziales Miteinander gab vielen Menschen in der damaligen Zeit die Chance zum Überleben. Auswanderung war oft der einzige Ausweg.Weitere Stationen der Stadtführung waren das" Obamahaus " in der Türkengasse, das Rathaus und der Altar in der Stadtkirche. Dort dankte Thomas Reusch-Frey dem Stadtführer Christoph Köhler für den gelungen Rundgang und den sozialkritischen Schilderungen über das Leben in Besigheim in der Zeit vor ca 200 Jahren.